Was ist Permakultur?

Updated: Jun 20


Den Begriff permaculture wurde vom Australier Bill Mollison geprägt. Der Begriff ist ursprünglich eine Kombination zwischen permanent und agriculture, also eine permanente Landwirtschaft. Eine Landwirtschaft, mit der auch in 1000 Jahren noch auf dem selben Boden Landwirtschaft betrieben werden kann. Heutzutage geht der Begriff jedoch weiter. Es wird nicht nur agriculture sondern allgemein die culture miteinbezogen. Permakultur ist also die nachhaltigste Art und Weise wie wir als Menschen miteinander leben, wie wir mit unserer Erde umgehen, aber auch wie wir zu uns selbst schauen. Mit der Permakultur soll aufgezeigt werden, wie wir es schaffen ein Überleben im Einklang mit der Natur auf unserem Planeten ermöglichen zu können.

Die drei ethischen Grundsätze der Permakultur

Diese Grundsätze sind unsere Grundpfeiler, bei jeder Handlung, ob im Garten, beim Job oder in der Familie, können diese hinterfragt werden. Denn jeder Mensch ist verantwortlich für sein Tun und Handeln.


Earth Care

Die Menschen sind zu Gast auf diesem Planeten. Die Erde ist unsere Lebensgrundlage und wir bekommen von ihr alles was wir zum Leben brauchen. Für dieses Geschenk sollten wir dankbar sein und der Natur den nötigen Respekt erweisen.

People Care

Wir sollen auf uns selbst und auf unsere Mitmenschen achtgeben. Um ein friedliches Zusammenleben auf dieser Welt zu sichern müssen wir zusammen und nicht gegeneinander arbeiten.

Fair Share

Unser Planet hat begrenzte Kapazitäten. Dabei sollen wir nicht mehr nehmen, als wir wieder zurückgeben können. Dies erreichen wir in dem wir nicht verschwenderisch mit Ressourcen umgehen und von der Natur nur das nehmen was wir fürs Überleben benötigen. Überschuss wird mit andern geteilt, für faire Preise verkauft oder der Natur zurückgegeben.



Permakultur im Garten / in der Landwirtschaft

Permakultur steht für ein Konzept, welches multifunktionale und vernetzte Ökosysteme designt, initiert und erhält. Das Hauptziel ist dabei die nachhaltige Produktion von Nahrungsmitteln die die Bedürfnisse von Pflanzen, Tieren und Menschen berücksichtigt. In der Permakultur sollen alte Techniken, gute Idee und neue Erkenntnisse in die Gestaltung von Ökosystemen einfliessen. Die zehn Permakultur Grundsätze helfen uns dabei ein Permakultursysteme zu entwickeln.


1. Von der Natur lernen

Als Grundsatz gilt: es soll mit der Natur und nicht gegen die Natur gearbeitet werden. Strukturen, Muster und Formen können in der Natur erkannt werden und in die Planung einfliessen. Die Natur kennt keine Quadratische, rechteckige Formen, wie so oft in der kommerziellen Landwirtschaft gesichtet wird.

Zudem ist jeder Standort anders. Vor der Planung versuchen wir achtsam die Veränderungen im Jahresverlauf zu beobachten. Auch Pflanzen, Tiere und Bodenstruktur auf dem Grundstück sollen kennengelernt werden.


2. Vielfalt ermöglichen

In der Permakultur versuchen wir eine natürliche Mischkultur und eine geschickte Fruchtfolge zu integrieren. Das Grundstück wird in verschiedene Zonen geteilt und eine sinnvolle Pflanzengemeinschaft errichtet.


3. Vernetzung fördern

Jedes Element erfüllt mehrere Aufgaben und jede wichtige Aufgabe wird von mehreren Elementen erfüllt. Diese stehen zudem in Beziehung zueinander und ergänzen oder begünstigen sich zusätzlich. Auch die Vernetzung von Menschen soll gefördert werden und Bedürfnisse einbezogen werden.


4. Resiliente Systeme schaffen

Das Grundstück soll so gestaltet werden, dass mit einer Vielfalt aus Elementen, toleranten Pflanzen und Vernetzungen auf extreme Wetterveränderungen wie Trockenheit, Hagel, Kälte oder Schädlingen reagiert werden können. Der Schaden soll gering gehalten werden und das System sich von selber regenerieren können.


5. Energie effizient nutzen

Energie soll eingefangen, gespeichert und klug genutzt werden. Dies kann zum Beispiel mit Sonnenfallen, Terrassierung, Gewächshäusern, Wasserspeichern oder Steinen geschehen. Zudem sollten kurze Wege und optimale Arbeitsabläufe geplant werden. Gearbeitet wird meist im 20:80 Prinzip --> durch 20% Input erhält man 80% des Outputs.


6. Kreisläufe einrichten und Ressourcen optimal nutzen

Wir handeln nach den 6 Rs: Refuse, Reduce, Rethink, Repair, Reuse, Recycle. Material und Energie soll möglichst aus nächster Nähe bezogen werden um so Kreisläufe zu schliessen. Anstatt Maschinen einzusetzen können Pflanzen, Tiere oder Menschen für die Arbeit eingesetzt werden.


7. Kooperation und Integration fördern

Verschiedene Bedürfnisse von Pflanzen, Tiere und Menschen können eingebaut werden zur Erholung, Freude, Lärmschutz, Ernte, usw. Zum Beispiel kann eine Baumscheibe bepflanzt werden für eine vielfältige Ernte und die Elemente begünstigen sich gegenseitig.


8. Positive und kreative Lösungen finden

Für eine nachhaltigen Lebensstil können wir über das herkömmliche Denkschema hinausdenken und neue Ideen erarbeiten. Individuelle Lösungen können gefunden werden welche sich an die lokalen Gegebenheiten anpassen können.


9. Wasser effizient nutzen

Regenwasser kann an der höchsten Stelle des Grundstückes aufgefangen und genutzt werden. Dabei kann es durch möglichst vielen Zwischenstationen über das Grundstück laufen und vielfältig genutzt werden. Zum Beispiel zur Bewässerung, als Wärmespeicher oder für Wasserspülung, Duschen etc.


10. Gestalten und optimal anordnen

Alle Elemente sollen so geplant werden, dass die meisten nützlichen Beziehungen zu anderen Elementen wirksam werden. Zum Beispiel das Hühnerhaus neben dem Kompostplatz oder den Teich vor dem Gewächshaus einrichten.


Es gibt keine allgemein Lösungen für einen Permakultur Garten. Jeder Garten sieht anders aus und hat auch individuelle Bedürfnisse. Diese zehn Design Grundsätze helfe jedoch weiter zu denken, und eine individuelle Lösung für den Garten, die Gemeinschaft und sich selber zu finden.


Als Inspiration:





Quelle & Inspiration: Buch "Permakultur - Grundlagen und Praxisbeispiele für nachhaltiges Gärtnern" von Bachmann, Bührer, Forster

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